Love it, leave it – or change it 

Ihr kennt den Satz? Oft gehört und doch wieder verworfen? Wäre es nicht aber konsequent, sich einmal der Frage zu stellen, ob der eingeschlagene Weg der ist, den man gehen will? Jeder von uns kennt diese Momente der Unsicherheit und offenen Fragen: Was will ich eigentlich? Passt mein Studiengang zu mir oder worin liegen eigentlich meine persönlichen Stärken?

Ihr kennt den Satz? Oft gehört und doch wieder verworfen? Wäre es nicht aber konsequent, sich einmal der Frage zu stellen, ob der eingeschlagene Weg der ist, den man gehen will? Jeder von uns kennt diese Momente der Unsicherheit und offenen Fragen: Was will ich eigentlich? Passt mein Studiengang zu mir oder worin liegen eigentlich meine persönlichen Stärken?

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Mein Name ist Philipp Sichtling und ich studiere im 5 Semester Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspsychologie an der Leuphana Universität Lüneburg. Nach fast zehn jähriger Berufstätigkeit als Schifffahrtskaufmann wurde der Wunsch, mich beruflich und persönlich weiter zu entwickeln so stark, dass ich mich entschloss neue Wege zu gehen. Auch ich musste erleben, wie aufregend und motivierend der Gedanke an neue Perspektiven und Ziele sein kann und wie schwierig, frustrierend und langatmig der Weg dahin sein kann.

Ich bin der festen Überzeugung, dass externe Hilfe zur Selbstreflexion gerade in solchen Phasen Menschen ungemein voranbringen und befähigen kann. 

Jemand der anderen bei diesem Prozess professionell unterstützen kann ist Frau Duchek. Frau Duchek ist systemischer Coach und bietet neben den klassischen Führungskräfte- und Kommunikationscoachings auch Orientierungs- und Stärkencoaching für Young Professionals und Studenten an.

Im Rahmen unseres Lehrforschungsprojektes hatte ich die Möglichkeit ihr bei ihrer Arbeit als professioneller Coach über die Schulter zu schauen und ich freue mich ganz besonders, euch einen Einblick über die Prozesse und Methoden geben zu können, die dabei helfen können, Menschen zu befähigen ihre eigenen Ziele zu erkennen und zu erreichen.
 

 

Du, Ich & die Esel -

Das etwas andere Coaching 

Neben ihren klassischen Coaching-Methoden arbeitet Frau Duchek bei Bedarf auch tiergestützt mit Eseln. Diese Tiere gelten landläufig als stur, störrisch und dumm. Doch genau genommen sind sie sehr vorsichtig, sensibel und überlegen sich jeden ihrer Schritte genau. Ursprünglich stammen Esel aus Wüsten- und Gebirgsregionen. Diese Herkunft macht Esel – anders als Pferde- eben nicht zu klassischen Fluchttieren. Allzu unüberlegtes losrennen wäre im Gebirge wohl oft tödlich ausgegangen. Diese Eigenschaften machen Sie zu hervorragenden Co-Trainern in einem Coaching. Fehlt ihm Klarheit oder Sicherheit, bleibt der Esel lieber stehen. 
Durch ihr Verhalten fordern sie uns auf, eindeutige Signale zu senden und achtsam zu kommunizieren – verbal als auch nonverbal. Ihr Innehalten ermöglicht es, unsere eigene innere Haltung gespiegelt zu bekommen und unmittelbar zu reflektieren.

Angeboten wird ein Eselcoaching für Führungskräfte, zur Teamentwicklung und zum Stärken stärken- jeweils mit etwas anderem Konzept. Im Zuge meiner Hospitation hatte ich die Gelegenheit an einem Eselcoaching für Führungskräfte teilnehmen zu dürfen, welches ich euch im folgendem einmal näher vorstellen möchte.
 

Meine Eindrücke als Slideshow 

 

Orientierungslos im Berufsleben?  –  Das muss nicht sein.

Nichts frustriert mehr als das Gefühl auf der Stelle zu treten. Ob frisch von der Uni oder als „Best Ager“: Jeder von uns kommt mal in die Phase seines Lebens, wo der Wunsch nach Veränderung so groß wird, dass wir am liebsten einfach drauf los stürmen möchten, um etwas völlig Neues oder Sinnerfüllendes zu machen – wenn wir denn nur wüssten was und wohin es genau gehen soll.


Ein Ansatz, der dich gerade in dieser Zeit der Unsicherheit unterstützen kann, dein ganz persönliches WARUM in der Orientierungslosigkeit zu finden und deine Talente (neu) zu entdecken, ist ein Orientierungscoaching. Was dich da genau erwartet und mit welchen Methoden Frau Duchek unteranderem arbeitet, möchte ich dir im folgendem einmal vorstellen.


Bevor wir loslegen, werde ich aber mit einem weit verbreiteten Mythos aufräumen. Ein Coach ist keine zusätzliche Stimme, die dir sagt, was du machen sollt. Vielmehr hilft Sie dir dabei, eine andere Perspektive einzunehmen, um so verborgene Potentiale, die eh schon in dir schlummern, hervorzulocken und diese sinnvoll und ziel-gerichtet einzusetzen.
 

Ziel des Orientierungscoaching ist es, dass DU
1.    Dich selbst und deine Persönlichkeit besser kennen lernt.
2.    Herausfindet, was dich antreibt (deine Werte und Motive).
3.    Deine Talente & Potentiale erkennst.
4.    Deine eigenen Ziele und Wünsche erarbeitet, um so passende Berufsmöglichkeiten abzuleiten.

Ein sehr anschauliches Modell, welches Frau Duchek gerne nutzt, um den Aufbau einer menschlichen Persönlichkeit darzustellen, ist das Seerosenmodell. Die Wurzeln der Seerose charakterisieren die Grundwerte einer Person, also die Dinge, die ihr wichtig sind und welche erklären, warum die Person etwas tut. Diese Werte sind gegeben und so nicht beeinflussbar, daher setzt ein Coaching nicht daran diese zu verändern, sondern es geht vielmehr darum, dass du dein WARUM findest und akzeptierst.

Der Stängel der Seerose, welcher sich unter der Wasseroberfläche befindet, symbolisiert unsere Glaubenssätze, also das WAS wir über uns und die Welt denken. Diese Glaubenssätze eignen wir uns als gelernt oder vorgelebt an.

Seerosenmodell 

Meine 3 Grundwerte

Ein Coaching setzt genau an diesem WAS an, indem es alte, nicht immer vorteilhafte Glaubenssätze aufknackt und dir neue Perspektiven aufzeigt. Dies ist der Be-reich, wo Veränderungen aktiv gestaltet werden können.


Die Blüte an der Wasseroberfläche symbolisiert das sichtbare Verhalten einer Person. Wie sich jemand verhält, ist eine direkte Folge seiner Werte und Glaubenssätze, daher setzt ein Coaching hier eher selten an.

Im ersten Schritt geht es Frau Duchek folglich darum, gemeinsam mit dir herauszuarbeiten, was dir wichtig ist und was dich antreibt. Als Tool eignet sich dafür zum Beispiel die Visualisierung der eigenen Wünsche, oder das Arbeiten mit Wertekarten. Der Ablauf ist dabei wie folgt:


Zuerst legst du alle Wertekarten vor dir auf den Tisch. Nun wählst du die 10 Werte aus, von denen du glaubst, dass sie auf dich zutreffen. Durch kurze und gezielte Aufgaben reduzieren sich diese Werte schnell. Übrig bleiben deine drei Grundwerte, also dein WARUM.

Nachdem du dir nun deiner Grundwerte bewusst bist, geht es daran deine Glaubenssätze zu hinterfragen. Dies geschieht überwiegen in einem 4-Augen-Gespräch. Als vorzügliche Diagnostikerin versteht es Frau Duchek, durch systemische Fragen, gezieltes Nachhaken und verschiedener Übungen, deine Glaubenssätze sichtbar zu machen. 

Eine der Methoden die Frau Duchek dafür einsetzt ist der „Innere Antreiber Test“. Bei dieser Methode wird davon ausgegangen, dass der Mensch fünf verschiedene innere Antreiber (Glaubenssätze) hat. Durch Übungen guckt ihr gemeinsam, welche Antreiber dich bestimmen (meistens sind es ein bis zwei Antreiber). Ziel dieser Übung ist es zunächst, dass du deine inneren Antreiber erkennst. Daraus abgeleitet werden dir aber auch Handlungsoptionen mit an die Hand gegeben, um die dich bestimmenden Antreiber einzuordnen und auf ein für dich normales Level zu bringen.

In einem 3. Stepp geht es jetzt darum deine Talente und Potentiale zu erkunden. Dazu hält dich Frau Duchek an, für dich selbst frei zu assoziieren und Antworten zu folgenden drei Fragen zu formulieren:


1.    Was mache ich gerne?
2.    Was kann ich gut?
3.    Was sagen andere, was ich gut kann?


Dabei kann es zum Beispiel auch hilfreich sein, einmal in die Vergangenheit zu reisen und zu überlegen, was dir in deiner Kindheit Spaß gemacht hat. In einem nächsten Schritt geht es darum deine frei assoziierten Stichpunkte zu clustern und zu schauen, welche zusammenpassen und ein Muster ergeben. Dabei kann es sehr hilfreich für dich sein, den gesamten Vorgang zu visualisieren.

Ab diesem Punkt im Coaching ist deine „Bestandsaufnahme“ abgeschlossen. Du hast eine klare Vision vor Augen und es geht jetzt darum, die Möglichkeiten und Rahmenbedingungen abzustecken, die es dir ermöglichen deine Wünsche und Ziele zu erreichen. Wenn es zum Beispiel dein Ziel ist, dich für deinen Traumberuf X weiter zu qualifizieren, so könntest du dies durch Weiterbildungen, berufsbegleitende Studiengänge, oder aber einem Vollzeitstudium erreichen. Alle diese Wege haben ihre Vor- und Nachteile und können je nach deinen Bedürfnissen und Werten gut oder weniger gut für dich geeignet sein. Jemand mit einem hohem Sicherheitsbedürfnis hat bei der Vorstellung, „alles zu schmeißen“, um nochmal komplett neu anzufangen, sicher erhebliche Bauchschmerzen. Ein Vollzeitstudium wäre für ihn weniger gut geeignet. - Es ist also nicht nur Ziel dieser Phase dir deine verschiedenen Möglichkeiten aufzuzeigen, sondern auch den für dich ganz individuell richtigen Weg zu finden, den du gerne gehen willst.


Last but not least geht es am Ende noch darum deine To Do`s zu benennen. Hierbei sollst du reflektieren, welche konkreten Schritte als nächstes anstehen und welche Etappenziele auf deinem Weg festgemacht werden können. Etappenziele können so Zielwerte im Sinne eines persönlichen Benchmarking sein und dienen dir damit auch als Kontrolle, ob der eingeschlagene Weg erfolgversprechend, zielführend und vor allem für dich machbar ist. So erkennt du nicht nur deine Vision, sondern entwickelt auch smarte Ziele, um diese Schritt für Schritt wahr werden zu lassen. Ab jetzt ist es an dir, deinen Weg auch wirklich zu gehen und deine Vision wahr werden zu lassen.


Viel Glück

 

Im Gespräch mit Frau Gabriele Duchek -
Gründerin und Geschäftsführerin von

C3 consulting coaching concept

Frau Duchek, was bedeutet Coaching für Sie?
Für mich ist Coaching mehr als nur meine berufliche Tätigkeit. Menschen auf ihren persönlichen Wegen, in herausfordernden Situationen und bei sinnvollen Veränderungen zu begleiten, macht mir unglaublich viel Freude. In jedem von uns verbergen sich Mut, Kraft und Potentiale. Diese zu erwecken und sichtbar zu machen – DAS ist für mich Coaching. Menschen lösungsorientiert bei Veränderungen zu begleiten und gemeinsam im Prozess eine individuell stimmige Lösungsstrategie zu entwickeln. Besonderen Wert lege ich dabei auf eine gute Atmosphäre und Individualität. Menschen sind unterschiedlich und genau deshalb gibt es bei mir kein „Coaching von der Stange“. 

Wann ist ein Coaching sinnvoll? 

Grundsätzlich kann jede Form der Unternehmens- und Persönlichkeitsentwicklung durch ein Coaching begleitet werden. Sinnvoll ist es dann, wenn man das Gefühl hat, einen Impuls zu benötigen. Sei es, weil man sich gerade in einer Sackgasse befindet, oder aber auch, weil man rational alles verstanden hat, aber die gewünschte Veränderung einfach nicht alleine umgesetzt bekommt. Nichts frustriert mehr, als das Gefühl, auf der Stelle zu treten und einfach nicht weiter zu wissen oder voran zu kommen. Ein Coaching ermöglicht einen Perspektivwechsel und bewusstes Reflektieren. Und dadurch vermeidet bzw. überwindet man Stagnation. Es unterstützt, den „Knoten im Kopf“ zu entwirren und hilft die Themen zu strukturieren. Man löst Blockaden, erkennt und verändert eingefahrene Verhaltensmuster. Kurz gesagt: Man findet den roten Faden, kennt die Richtung und legt sich einen klaren Weg. 

Coaching bedeutet auch immer Veränderung. Was bedeutet Veränderung für Sie?
Mit Veränderung gehen zwangsläufig Ungewissheit und auch Unsicherheit einher, daher ist die Veränderung für viele Menschen eher negativ belegt. Meiner Erfahrung nach ist Change aber nicht schlecht, sondern bedeutet für mich Weiterentwicklung. Ich kenne die Ängste, die mit Veränderungen einhergehen, jedoch habe ich die Erfahrung gemacht, dass nur die Person, die sich ihnen stellt, auch an Veränderungen wachsen kann. Nehmen Sie zum Beispiel meinen beruflichen Werdegang. Ich habe einige Wege ausprobiert und mich der Unsicherheit eines beruflichen Neuanfangs gestellt. Das hat mich viel Mut gekostet. Aber nur so konnte ich meinen Horizont erweitern und einen für mich befriedigenden und sinnstiftenden Beruf erlangen. Zugegeben der Weg dorthin war nicht immer einfach, aber im Nachhinein betrachtet ein durchweg positives Erfolgserlebnis.

Woran scheitern Menschen im Veränderungsprozess?
Häufig fehlt ihnen die intrinsische Motivation zur Veränderung. Ich kann Menschen nicht ändern, das können sie nur selbst. Einer der Gründe warum ich nur mit Menschen zusammen arbeite, die persönlich den Wunsch haben, über ein Coaching Hilfe in Anspruch zu nehmen. Menschen ohne Eigeninitiative, die vielleicht auch noch extern geschickt wurden, lehne ich ab. Eine Frage, die ich im Coaching gerne stelle ist: „Was ist die Veränderung Ihnen Wert?“ Übrigens auch sehr geeignet für Sie zuhause. Wenn ich nicht bereit bin Abstriche in Kauf zu nehmen, scheint es mir wohl doch nicht allzu wichtig zu sein.

Die Menschen, die den ersten Schritt gewagt haben und ins Handeln gekommen sind, sind häufig zu ungeduldig. Sie wollen zu viel auf einmal erreichen. Veränderung als Prozess muss jedoch in viele kleine Steps und Etappenziele runter gebrochen werden, die dann Schritt für Schritt in Angriff genommen werden können. Sonst funktioniert es nicht. Einen Marathon laufen Sie ja auch nicht ohne Vorbereitung.

Sie hatten es eben schon kurz angerissen. Sie haben 2000 den Neufang gewagt und sich mit C3 consulting coaching concept selbstständig gemacht. Was war Ihr persönlicher Impuls sich neu aufzustellen?

Als Geschäftsführerin im Gesundheitswesen war ich überaus erfolgreich, aber Erfolg für mich ist nicht nur finanzielle Sicherheit, sondern auch Zufriedenheit. Ich wollte etwas Sinnhaftes tun und Menschen in ihrer eigenen Entwicklung unterstützen. Leben ist lernen - Heute darf ich jeden Tag lernen, mich weiterentwickeln und anderen auf ihrem Weg dabei unterstützen. Das macht mich glücklich. 

„Tue das, was du liebst und du musst nie wieder in deinem Leben arbeiten.“

Konfuzius

Welche Fertigkeiten und Fähigkeiten sollte ein Coach mitbringen?
Was zeichnet einen guten Coach aus?

Ein guter Coach ist fachlich qualifiziert und geht auf die individuellen Bedürfnisse eines jeden seiner Kunden ein. Dazu gehören neben Softskills, wie zugewandtes empathisches Zuhören und auf Augenhöhe zu kommunizieren, auch ausgebildete handwerkliche Tools und Methoden. Eine meiner wichtigsten Aufgaben als Coach ist es, durch gezieltes Nachfragen die Baustellen meines Klienten zu analysieren und sein Problem einzugrenzen. Der Einsatz von standardisierten Methoden erlaubt es mir strukturiert zu arbeiten und somit die Grundlage für objektive Ergebnisse zu schaffen. 
Die Gefahr der Beeinflussung ist während eines Coachingprozesses latent gegeben. Ein guter Coach ist sich dessen bewusst und reflektiert sich immer wieder selbst und hinterfragt seine eigenen Hypothesen, um die Gefahr der Beeinflussung zu minimieren. Als ausgebildeter Systemischer Coach arbeite ich zum Beispiel immer mit systemischen Fragen. Diese beziehen sich häufig nicht direkt auf die aktuelle Problematik, sondern betrachten das Anliegen als Ganzes. So sorge ich dafür, den eigentlichen Grund des Anliegens präziser diagnostizieren zu können.

Was wollten Sie als Kind eigentlich werden, beziehungsweise welchen Beruf haben sich ihre Eltern für Sie vorgestellt?

Ich hatte einen eher ungewöhnlichen Berufswunsch. Als Kind wollte ich Apothekerin werden. Schon im Kindergarten habe ich in der Sandkiste Sand als Pillen an meine Spielkameradinnen verkauft. Meine Eltern wollten, dass ich etwas Solides wie Groß- und Einzelhandelskauffrau lerne. Insgeheim hegte mein Vater die Hoffnung, dass ich sein Lebenswerk, sein Ladengeschäft übernehme. Nun ist es jedoch so, dass eines meiner Grundwerte die Unabhängigkeit ist. In die Fußstapfen meines Vaters zu treten war demnach nicht sonderlich reizvoll für mich. Viel lieber wollte ich eigentlich Ärztin werden. Leider passte mein NC nicht ganz den Anforderungen, sodass ich schlussendlich eine Ausbildung zur pharmazeutisch-technischen Assistentin begonnen habe. So gesehen bin ich also den Sandkastenträumen fast treu geblieben. Zugegeben hatte ich das große Glück, dass meine Mutter mich bei dieser Entscheidung, auch gegen den väterlichen Willen unterstützte. Im Rückblick bin ich sehr froh den Mut gehabt zu haben, meinen eigenen Vorstellungen und Wünschen zu folgen und nicht die von Außen an mich gestellten Wünsche erfüllt zu haben.

Sie hatten das Glück sich ihrer Ziele schon in jungen Jahren klar zu sein.  „Orientierungslos in das Berufsleben“ titelte kürzlich eine große deutsche Tageszeitung. Was würden Sie jungen Menschen raten, die sich ihrer Ziele/beruflichen Zukunft noch unsicher sind?

Jeder Mensch hat seine eigenen Talente und Potentiale. Das klingt für euch vielleicht banal oder nach einer typischen Coaching-Floskel, doch es stimmt. Löst euch, wenn auch nur für den Moment, von dem Gedanken ein Experte für …. zu sein. Potentiale beziehen sich nicht immer nur auf ein bestimmtes Fachgebiet oder einen Uniabschluss. Vielmehr sind es oft Eigenschaften, die später vielseitig einsetzbar sind. Daher ist mein Rat an junge Menschen sich zuerst einmal ihrer Stärken bewusst zu machen und diese gezielt zu fördern. Fragt euch, was sind eure Grundwerte, was gibt euch Sinn? Den nur so könnt ihr rausfinden in welche Richtung ihr wirklich gehen möchtet. Erst danach sollte es um die fachlichen Qualifikationen und die konkrete Umsetzung gehen.

Was liegt ihnen noch am Herzen – Was würden Sie den Lesern noch gerne mit auf ihren Weg geben?Probiert euch aus und erweitert euren Horizont. Seit mutig und verharrt nicht in einem Beruf/Studium, der/das euch keinen Sinn stiftet. Geht euren eigenen Weg und macht euch Gedanken, wessen Weg das eigentlich ist. Wollt ihr es selbst, oder erfüllt ihr die Erwartungen anderer. Bevor ihr euch entscheidet, haltet inne, reflektiert und kommt dann ins Handeln. Es gibt nicht die richtige oder falsche Entscheidung im Leben. Jede Entscheidung ist wichtig. Die Hauptsache ist, ihr trefft sie bewusst und kommt ins Handeln. Priorisiert eure Stärken! Anstatt euch auf die Minimierung eurer Schwächen zu konzentrieren, fokussiert euch viel lieber darauf, eure Stärken zu stärken. Euer Erfolg wird euch recht geben.

 

Abschließende Gedanken

In Zeiten der Digitalisierung wissen wir heute noch nicht, welche Berufsgruppen in 10 Jahren gefragt sein werden. Es wird zukünftig immer wichtiger werden sich über die eigenen Fähigkeiten und Ziele bewusst zu sein.  Nur wer sich selbst kennt und im Einklang mit seinen Werten und Neigungen handelt, hat auch die Selbstsicherheit, sich auf Veränderungsprozesse einzulassen und die zukünftigen Herausforderungen des Berufslebens erfolgreich zu meistern.

Die Veränderungskurve nach Fatzer

Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwierig und langwierig Veränderungsprozesse sein können. Meine Zeit mit Frau Duchek hat mir gezeigt, wie eine systematische und professionelle Herangehensweise diesen Prozess unterstützen kann. (Man kann es auch als Hilfe zur Selbsthilfe betrachten). Wenn ich eine Sache gelernt habe, dann ist es die, dass Veränderungen auch immer eine Weiterentwicklung der Persönlichkeit bedeuten. Mein persönlicher Werdegang zeigt, dass es für neue Wege im Leben nie zu spät ist, ihr müsst Sie nur gehen.

Ich bedanke mich recht herzlich bei Frau Duchek und Frau Ites für ihre Zeit und die Möglichkeit in dem Beruf eines Coaches hospitieren zu dürfen. Falls ihr auch Lust bekommen habt mehr über euch und eure Ziele zu erfahren, nehmt euch die Zeit und den Raum und fragt euch einmal selbst:

  • Gibt es ein Thema, das mich besonders fesselt? Wann bist Du sofort ganz Ohr?

  • Welche Aktivitäten bereiten dir besonders große Freude?

  • Was kannst Du besonders gut? (Frag dazu gerne auch deine Freunde.
    Persönlich erkennt man die eigenen Fähigkeiten oft nur sehr schwer.)

  • Gibt es eine besondere Art von Menschen oder Persönlichkeiten, mit denen Du besonders gut zurechtkommst?

  • In welchem Umfeld beziehungsweise Situationen fühlst Du dich wohl?

  • Welche Rolle übernimmst Du gerne? Welche Rolle macht dir am meisten Spaß?

All diese Fragen sollen euch als erste Anregung zur Selbstreflexion dienen. Es gibt kein richtig oder falsch. Nehmt euch die Zeit, gerade auch wenn es schwerfällt und habt Geduld mit euch. Holt euch Feedback von Freunden und in der Familie – aber lasst euch von ihnen nicht beeinflussen und in eine Richtung drängen. (Fremde können manchmal noch wertvoller sein). Die Perspektive eines Externen ist häufig unbefangener und deutlich objektiver. Ich hoffe, ich konnte euch mit meiner Geschichte zeigen, dass es für Veränderungen und andere Wege nie zu spät ist, gehen müsst ihr Sie jedoch immer noch selbst. Traut euch, es lohnt sich!


Viel Erfolg